PRESSESTIMMEN

Zentrum Taufe nimmt Gestalt an

In der Eisleber St. Petri-Pauli-Kirche nimmt das künftige Zentrum Taufe immer mehr Gestalt an: Am Dienstag hat der Bau des großen, in den Boden eingelassenen Taufbeckens begonnen.

von Jörg Müller; MZ 11.10.2011

Eisleben. Einen Radlader in eine Kirche zu bugsieren, das hat Wieland Ehrlich bisher auch noch nie gemacht. Ehrlich und seine Kollegen von der Firma Bauhauf aus dem sächsischen Coswig arbeiten derzeit in der Eisleber St. Petri-Pauli-Kirche. Dort nimmt das künftige Zentrum Taufe immer mehr Gestalt an: Am Dienstag hat der Bau des großen, in den Boden eingelassenen Taufbeckens begonnen. Und dazu musste der Radlader zum Einsatz kommen: Das Taufbecken wurde in Form von vier Betonteilen geliefert, die jeweils mehr als eine Tonne

wiegen. Mit Hilfe des Radladers - das Fahrzeug passte haarscharf durch das Kirchenportal - hebt Ehrlich die Teile in die Baugrube. Wenn alle vier eingesetzt und genau ausgerichtet sind, wird das Becken mit Beton ausgegossen. Später wird es dann noch eine Beschichtung erhalten. Auch ein Lichtband ist geplant. Für Ehrlich und seine Kollegen ist es ein ganz besonderer Auftrag: "So ein Taufbecken ist noch nirgendwo gebaut worden", sagt er.

Die Pfarrerinnen Iris Hellmich und Simone Carstens-Kant waren am Dienstag immer wieder auf der Baustelle, um die Arbeiten an dem neuen zentralen Element in der Kirche zu verfolgen. "Es ist schon beeindruckend, wenn das, was man bisher von den Plänen kannte, nun Realität wird", so Carstens-Kant. Das Taufbecken wird einen Durchmesser von 2,20 Metern und eine Tiefe von 70 Zentimetern haben. Ursprünglich sollte es sogar doppelt so tief werden; bei einer archäologischen Grabung wurden aber zwei Grüfte entdeckt, die nach einem Beschluss des Gemeindekirchenrats im Boden geblieben sind.

Derzeit laufen außerdem letzte Installationsarbeiten sowie die Vorbereitungen für den Bau des neuen Fußbodens. Die gesamte Kirche wird eine durchgehende Bodenplatte aus Beton mit Fußbodenheizung erhalten. Die Oberfläche soll laut dem Entwurf des Berliner Büros AFF Architekten mit konzentrischen Kreisen gestaltet werden. Um die Pfeiler herum sowie an den Wänden entlang wird es Streifen mit weißen Kieselsteinen geben.

Abgebrochen wird momentan der Unterbau des Altars. Grund: Dort müssen im Boden Leitungen für das Taufbecken verlegt werden. Wie Pfarrerin Hellmich sagte, habe es sich herausgestellt, dass es sich - bis auf zwei ältere Sandsteinplatten - um einen einfachen Beton- und Ziegelstein-Unterbau neueren Datums handele. Steinmetz Holger Karnahl von der Restaurierungsfirma Preuße & Rätsch aus Weimar hat die beiden Platten am Dienstag geborgen. Sie sollen in die Gestaltung des neuen Altar-Unterbaus einbezogen werden.

Quelle: MZ 11.10.2011