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Rotes Tor in Stadtroda wird wieder aufgebaut

Am Mittwoch erfolgte der Start für den Wiederaufbau von Stadtrodas Wahrzeichen. Zahlreiche Originalsteine sollen an gleicher Stelle wieder verbaut werden. Der Versicherer trägt alle Kosten.

von Frank Kalla; OTZ 16.06.2011

 Stadtroda. Bereits im Spätsommer dieses Jahres könnte Stadtroda sein Wahrzeichen das Rote Tor wieder zurückhaben. Gestern setzten Ronny Mitsching und Michael Plock von der Preuße und Rätzsch Restaurierungen aus Weimar den ersten Stein auf das Rest-Fundament des Bauwerkes, das am 14. April 2010 von einem Mülllaster gerammt und dabei nahezu vollständig zerstört worden war.

Bereits nach wenigen Minuten hatten die erfahrenen Bauleute den ersten Sandstein in richtiger Position. Bürgermeister Harald Kramer (CDU) sagte, als das Unglück passierte, sei man als Stadt nicht sonderlich glücklich darüber gewesen, auf diese Weise bekannt zu werden. Wichtig sei, dass der Gerlingkonzern als Versicherer für die Kosten der Instandsetzung aufkomme und die Stadtrodaer ihr Tor zurückbekämen. Kramer dankte dem Konzern in diesem Zusammenhang nochmals für die unbürokratische Klärung der Haftungsfrage.

Rund 500 000 Euro wird die Wiedererrichtung des Roten Tores kosten, allein 64 000 Euro verschlangen die aufwändigen Planungen. Heiko Waber, Mitglied der Gerling-Geschäftsleitung, sagte, für sein Unternehmen sei klar gewesen, dass man für den Schaden aufkomme. "Das wäre auch ohne den Medienrummel passiert."

Bereits Mitte September soll das historische Baudenkmal an seiner ursprünglichen Stelle wieder in altem, neuem Glanz erstrahlen. Helmut Stellenberger ist jedenfalls guter Hoffnung, dass die Baufachleute das Tor wieder so aufbauen, wie er es seit Jahrzehnten kennt. Der 82-Jährige lebt in unmittelbarer Nachbarschaft des Denkmales. Damals, als das Rote Tor einstürzte, hätten ihn auch Bekannte aus Leipzig und anderen Orten angerufen und gefragt, was passiert sei, erinnerte sich Helmut Stellenberger. 

Bis das Tor steht, sind jedoch noch einige Arbeiten vonnöten. Vorerst werden die Mauern bis zum Beginn der Rundungen aufgemauert, danach stellen Zimmerleute eine Verschalung, klärte Diplom-Bauingenieur Thomas Haustein von der Bau-Consult Hermsdorf auf. Zudem komme man nicht umhin, in den Mittelpfeiler eine Stabilisierungskonstruktion aus Stahl einzusetzen. Dem Anspruch als Denkmal tue dies keinen Abbruch, betonte Haustein.

"Andere Denkmale mussten auch mit Stabilisierungselementen versehen werden." Beim Aufmauern werde speziell für Sandstein hergestellter Fugenmörtel verwendet. Gut die Hälfte der insgesamt 1250 geborgenen und verwendbaren Sandsteine sollen an ihrer ursprünglichen Stelle eingebaut werden. So konnten fast sämtliche Bogensteine und Mauersteine eindeutig ihrem Ursprungsort zugeordnet werden.

Selbst die ursprüngliche Fugenstärke soll nach Möglichkeit eingehalten werden, sagte Anne Stein von der pons asini Partnergesellschaft, die den Wiederaufbau überwacht. Bereits erfolgt ist eine so genannte Gründungsverstärkung am Fundament. Zudem sollen künftig drei mächtige Rammschutzpoller aus Eisenguss im Einmündungsbereich zur Gustav-Herrmann-Straße das Tor vor einem erneuten Zusammenstoß mit einem Fahrzeug schützen. Damit die Poller einem möglichen Anprall standhalten, sollen sie mit Beton ausgegossen werden.

Quelle: OTZ, 16.06.11