An der Ringmauer am Kyffhäuser- Denkmal laufen derzeit umfangreiche Arbeiten. Es entstehen eine Stützwand und eine Straße, die Behinderten den Weg ebnet.
von Ingolf Gläser; TA 21.05.2010
BAD FRANKENHAUSEN. Der Weg, der um die Burganlage auf dem Kyffhäuser zum Denkmal führt, war in einem schlechten Zustand, stellenweise steil und damit für Rollstuhlfahrer allein schwer zu bewältigen. Hier ist derzeit eine Großbaustelle. Bis Ende Juli soll die neue Stützwand fertiggestellt sein, sagte Bauleiter Roy Eckhart. Da sind umfangreiche Arbeiten nötig, unter anderem eine Vielzahl an Kleinbohrpfählen bis zu einer Länge von sechs Metern. Viel Stahl, Beton und Erde ist eingebaut. Die Gesamtbaukosten für die Stützwand und die fast 400 Meter lange Straße betragen eine Million Euro. Davon übernehmen Bund und Land, das Konjunkturprogramm machts mit möglich, 95 Prozent.
Der Eigentümer des Denkmals, der Kyffhäuserkreis, trägt den finanziellen Rest. Die Straße bekommt, wie Architektin Bärbel Angermann aus Ebeleben gestern bei der Vorstellung der Arbeiten schilderte, einen farbigen Asphaltbelag, passend zum Kyffhäusergestein. "Dass Gelände wird auch so angepasst, dass es keine großen Steigungen mehr gibt", betonte sie und rechnet damit, dass die Straße Mitte Oktober freigegeben werden kann. Ob als Wirtschaftsweg, wenn Rettungsfahrzeuge mal zum Denkmal müssen, und für Besucher ob Rollstuhlfahrer oder nicht. Die Straße endet am Informationszentrum. Seit Frühjahr 2007 gibt es bereits für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Kinderwagenschieber eine Rampe, um bis zur Hochterrasse des Kyffhäuser- Denkmals zu gelangen.
Weil es gestern keinen Spatenstich für die Straße gab und die Zeit für die Übergabe noch nicht reif ist, hatten die Bauleute für Landrat Peter Hengstermann (CDU) dennoch etwas Symbolisches zu tun. Nach kurzer Einweisung stieg er in den Lader, um eine Schalwand von der Stützwand zu beseitigen. In den vergangenen Jahren wurde bereits viel Geld in die Sicherung der Burganlage mit dem Denkmal gesteckt, auch, um die Anlage für Besucher noch attraktiver zu machen. Es ist, wie die Architektin sagte, auch weiterhin noch viel zu tun. So an der mittelalterlichen Ringmauer sowie am Denkmal, wo es Schäden durch offene Fugen sowie herausgebrochene Steine gibt.
Im kommenden Jahr sollen eine Behindertentoilette sowie ein Wickelraum gebaut werden. Noch schneller erhält die Treppe zur Hochterrasse beleuchtete Geländer jeweils für Erwachsene und Kinder. Derartige Vorhaben erfreuten gestern den Arterner Bernd Reiber vom Sozialverband VdK sowie Klaus Everhardt, Behindertenbeauftragter der Stadt Sondershausen.
Quelle: TA 21.05.2010