Die erste Bauabnahme am Stadtkirchturm in Kahla, dessen Fassade derzeit saniert wird, ist erfolgt. Ab Montag wird das Gerüst abgebaut.
von Anja Blankenburg; TLZ 02.09.2011
Kahla. An der Baustelle Stadtkirchturm St. Margarethen in Kahla haben Denkmalschutzbehörde und Kreiskirchenamt am Mittwoch den ersten Abschnitt der Sanierung abgenommen.
Danach können nun ab Montag Stück für Stück die obersten Etagen des Gerüstes abgebaut werden. Lediglich einige Retuschen haben die Sachverständigen noch veranlasst. Einige Stellen im Mauerwerk der Außenfassade, die mit Mörtel ausgebessert wurden, erhalten also in den kommenden Tagen noch eine Lasur zum Nachdunkeln, damit sie auch von unten nicht mehr erkennbar sind. "Ideal ist, wenn niemand sieht, dass wir hier überhaupt daran gearbeitet haben", so Uwe Naundorf. Der Vorarbeiter der Firma Preuße & Rätsch aus Weimar, die mit der Restaurierung betraut ist, erläuterte das weitere Vorgehen: Im obersten Gurtgesims werden als nächstes neue Gesimssteine eingesetzt oder - wo die alten noch nicht zu stark verwittert waren - Vierungen ergänzt, also Teilersatzstücke, ähnlich einer Zahlfüllung, erklärte es der Fachmann. Im oberen Bereich des Turmes muss ein Drittel des Gesimses ersetzt werden. Diese Arbeit wird mit einem 40-Meter-Autokran erledigt, wenn das Platz einengende Gerüst im oberen Drittel weg ist.
Derweil werden auf den unteren Gerüstetagen parallel die Verfugearbeiten fortgesetzt. Denn bis Herbst müssen die Sanierungsarbeiten am Turm komplett abgeschlossen sein. Für die Ausbesserungen mit Mörtel dürfen die Temperaturen nicht dauerhaft unter sieben Grad fallen, so Naundorf. Sonst würde das Füllmaterial durch abwechselndes Gefrieren und Auftauen seine Bindungseigenschaften verfehlen.
Und wie blickt Naundorf, der seit Anfang Mai täglich auf dem Turm zu St. Margarethen seine Arbeit verrichtet, dem baldigen Ende des Auftrages entgegen? Er werde das Bauwerk schon vermissen, gibt er zu. Es gebe Restauratoren, für die sei ein Auftrag ein Auftrag. "Andere kennen am Ende jeden Stein beim Namen". Naundorf gehört sicher eher der zweiten Gruppe an. Zuhause im nordthüringischen Roßleben, besuche er auch - wenn sich die Gelegenheit ergibt - Gebäude, an denen er früher beschäftigt war.
Die Sanierung der Turmfassade kostet 250.000 Euro und bildet den ersten von drei geplanten Bauabschnitten. Die Seiten des Kirchenschiffes sollen folgen. Den Eigenanteil konnte der Kirchbauverein mühsam aufbringen.
Quelle: TLZ, 02.09.2011